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18.12.05 - Weihnachten
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September 2005
August 2005

Pemuteran News

Liebe Freunde,

ja, ich weiß, dass ich mit den News in Verzug bin. Als Entschuldigung lässt sich eigentlich nur anführen, dass ein Alltagsleben auf Bali sowohl vom Zeitdruck als auch vom Stresslevel her dem mitteleuropäischen in keinster Weise nachsteht; unser entsprechende Neujahrsvorsatz konnte bisher leider auch noch nicht ansatzweise umgesetzt werden, da nach einem Jahr Abwesenheit in Deutschland und der Schweiz hier doch ein paar Dinge erledigt werden müssen.

Nichtsdestotrotz - ein wunderbares, urdeutsches Wort! – nehmen die Schulprojekte in Pemuteran dank Eurer Unterstützung einen sehr erfolgreichen Verlauf: Elementarschule Nr. 4 konnte mit 20 Stuhl-/Tischkombinationen aus stabilem Holz ausgestattet werden.
Für die geplante kleine Bibliothek möchten wir zunächst versuchen, das Schulministerium zu einer gewissen Mithilfe zu bewegen, streben aber in jedem Falle an, 2010 einen kleinen Raum zu errichten und mit Lehrmaterial und entsprechenden Büchern auszustatten.



Die Education Foundation konnte dank der über den Bürgermeister Serge Bloes aus Redingen/Luxembourg vermittelten Gemeindespende ebenfalls mit 20 Stuhl-/Schreibpultkombis sowie Lehrer- und Computertischen ausgestattet werden; die Fotos MIT Kindern folgen, sobald ich wieder in Pemuteran bin.



Doris Sanktjohanser, die mit ihrer Familie (Tauch-)Urlaub bei uns machte, hat sich in der Grundschule ihres jüngsten Sohnes enorm für dieses Projekt engagiert. So kam es , dass die Eintrittsgelder für die Schultheateraufführung mit dem Titel "Weihnachten findet dieses Jahr nicht statt" zu unseren Gunsten gesammelt wurden. Die Grund-und Hauptschule in Neuried bei München hat auf jeden Fall in Pemuteran für Weihnachtsgefühle gesorgt, weil wir nun sämtliche engagierten Lehrer für etliche weitere Monate in diesem Jahr entlohnen können.

Drei weitere Kinder aus sehr armen Verhältnissen haben Patenteltern bekommen, worüber jeweils die ganze Familie total glücklich ist. Bapak Sentana und seine Frau führen weiterhin exakt Buch über jedes Kind und ich gehe davon aus, dass alle sechs Monate ein Zwischenbericht an die Paten geht über die Entwicklung der Kinder inklusive Zeugnis. Hochinteressant finde ich, dass diese Kinder, die in der regulären Elementarschule nahezu alle auf den hinter(st)en Rängen waren – hier wird leistungsmäßig jedes Kind einer Klasse platziert – im vergangenen Jahr teilweise um bis zu 15 Plätze aufgeholt haben und fast alle nun zu den Klassenbesten zählen. Das erhöht nicht nur später die Chancen auf eine Lehrstelle, sondern auch das Selbstbewusstsein der Kinder.

Die Mädchen-Tanzgruppe der Armenschule ist inzwischen so gut, dass sie von Hotels für kleine Auftritte "gebucht" wird und – ebenfalls enorm wichtig für das Selbstwertgefühl – sogar bei wichtigen Tempelzeremonien auftreten darf.





Die Jungs lernen eifrig das Gamelanspiel, eine Art Xylophon aus Bambus. Dem ersten Kinder-Gamelanorchester in Bali fehlt nun "nur" noch das eigene Instrumentarium, momentan spielen sie auf ausgeliehenen Musikinstrumenten. Sowohl die Tanz- als auch die Gamelangruppe möchten durch ihre Auftritte und die daraus resultierenden Einnahmen den Fortbestand der Schule sichern helfen.

Eine andere Idee in dieser Richtung sind die brandneu eingeführten Fahrradtouren für Pemuteran-Besucher: Auf extra angeschafften Mountainbikes geht es mitten durch das weit verzweigte Dorf, vorbei an Plätzen, die sonst nie ein Besucher sehen würde; dabei geben die Guides – das sind ältere Schuljungen der Education Foundation – in englischer Sprache jede Menge echt interessanter Erläuterungen zu Fauna und Flora, begleiten die Gäste in den Dorftempel und zu einer verschwiegenen Bucht (dort gibt es ein super Picknick!) und zum Sonnenuntergang auf einen Hügel hoch über Pemuteran. Eine kürzere Version für Gäste, die den Sonnenaufgang bevorzugen, gibt es auch.





Katja, Tom und ich haben sehr gerne die Versuchs-Gäste gespielt und ich kann sagen, dass wir alle absolut begeistert waren! Natürlich bedarf das Englisch der kleinen Guides noch der Verbesserung, aber wenn sie mal ihre Riesenaufregung etwas abgelegt haben, klappt das mit Sicherheit von Mal zu Mal besser!Wie heißt es so schön: Übung macht den Meister! Was das Praktizieren der Fremdsprache Englisch angeht, hoffen wir auf das Verständnis ALLER Pemuteranbesucher, denn die Schulkinder sollen unsere Gäste höflich ansprechen mit der Bitte um ein kleines Gespräch.



Kurz vor unserer Heimreise nach Deutschland haben wir die Weichen für ein neues Projekt gestellt, das zusammen mit den Kindern in Angriff genommen werden soll und den Umweltschutz als Ziel hat, insbesondere das Aufräumen des Plastikabfalls (mehr dazu, wenn das Projekt angelaufen ist).

Dazu haben wir die Kinder ins Hotel Pondok Sari eingeladen – danke, Rolf, dass wir die Bar mitsamt DVD-Player benutzen durften – und ihnen einen wunderbaren DVD-Film (Kamera und Schnitt: Lutz Neumann) über die Unterwasserwelt vor Pemuteran gezeigt. Suef, unser balinesischer Tauchlehrer, hat den staunenden Kindern alles verständlich erklärt; anschließend gab es vom Lehrer eine ausführliche Info zur Rolle der Korallenriffe und dazu, warum Plastik so schädlich ist für alle Lebewesen.





Nach Aufteilung in Gruppen bekamen die Kinder die Gelegenheit, erstmals im Leben life einen Eindruck von der Unterwasserwelt zu sammeln:Mit dem Glasbodenboot fuhren sie übers Riffprojekt.





Außerdem testeten sie Tauchausrüstungen und zeichneten ihre Eindrücke. Die Sieger des Malwettbewerbs werden im März gekürt, wenn unsere Gäste ihre Wertungen abgegeben haben; einen Sonderpreis gab's schon mal für den Jüngsten, der seine ganze Phantasie walten ließ.





Solche außerschulischen Erfahrungen, Erlebnisse und Anregungen sind in meinen Augen wichtig für die Entwicklung der Kinder. Jedenfalls war es für alle Beteiligten ein schöner Tag mit viel Spaß.

Ich möchte nochmals allen unseren Spendern ganz ganz herzlich danken! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass unsere Projekte einmal derart erfolgreich sein würden. Ich freue mich auch, dass im Verlauf dieses Jahres fast alle Patenteltern nach Pemuteran kommen werden, um alles persönlichen in Augenschein zu nehmen. Gerne stehe ich aber allen zur Verfügung, die sich für uns und unsere Arbeit interessieren!

Gerade habe ich mir telefonisch aus Bali berichten lassen, dass es die Sonne tatsächlich noch gibt, und grüße euch diesmal alle aus dem tief verschneiten Süddeutschland!

Eure Ines






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