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Liebe Pemuteran-Freunde,
pünktlich zur Jahresmitte – ich wiederhole mich jetzt nicht mehr, was die rasch vergängliche Zeit angeht! – ein Bericht über die neueste Entwicklung unserer Projekte.
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Nach meiner Rückkehr aus Deutschland Anfang März wurde ich schon ungeduldig (dieses Wort ist hier sonst kaum gebräuchlich) von einer Schuldelegation erwartet. Man hatte in der Zwischenzeit die Renovation des zweiten, noch brach liegenden Gebäudes begonnen, nachdem das Unterstützungsgeld von der Regierung zugesagt worden war. Nur leider reichte selbiges hinten und vorne nicht, wobei – sie hätten es doch als Indonesier wissen müssen! – die Arbeiten aber bereits teilweise durchgeführt worden waren. Nun warteten die Handwerker verständlicherweise auf ihr Geld, und die Delegation wartete auf Ibu Ines mit dem Urvertrauen, dass diese es schon richten werde.
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Also habe ich alle Ressourcen mobilisiert, was dann glücklicherweise auch für die Bezahlung der ausstehenden Rechnungen reichte. Das neue Gebäude steht jetzt halt halbfertig in der Gegend rum und das Schulkomitee hat beschlossen, alle künftigen Spenden zunächst für die Fertigstellung zu verwenden.
Und genau zur richtigen Zeit erreichte mich dann eine Email meiner Schulfreundin Verena, die jetzt Grundschullehrerin in Ruhpolding ist. Ihre 4. Schulklasse hat beschlossen, ein Projekt zur Unterstützung der SD3 in Pemuteran ins Leben zu rufen und durchzuführen. Im Rahmen der Erziehung hin zu gesunder Ernährung verkaufen ihre Schüler nun mehrmals pro Woche in der Pause gesundes Frühstück, das jede Menge Energie liefert, an ihre lernfreudigen Kollegen. Einige ortsansässige Firmen sponsern mit Backwaren oder Obst, und die Mädels und Jungs sind mit Rieseneifer bei der Sache. Ja, so etwas gibt es noch! Das macht viel Mut, was die neue Generation angeht, finde ich.
Dass diese Aktion uns alle hier enorm freut, ist klar! Noch dazu, wo schon ein erster schriftlicher Austausch stattgefunden hat: Die deutschen Kinder haben einen lieben Brief an die balinesischen Kinder geschrieben, den ich mit Hilfe meiner Assistentin - eine ehemalige Schülerin der SD3! – übersetzt und verlesen habe. Solche aufmerksamen Zuhörer hatte ich schon lange nicht mehr! Augen und Ohren waren weit aufgesperrt, wann bekommt man schon Post von sooooo weit her! Der Antwortbrief ließ nicht lange auf sich warten, und ich füge ihn an dieser Stelle ein:
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Liebe Kinder der Klasse 4a! Hi, wir sind die Kinder der Klasse 3 und wurden als Schülervertreter unserer Schule SD3 in Pemuteran ausgewählt, um euch zu antworten. Wir freuen uns sehr, dass es euch als Freunde in Deutschland gibt und ihr uns helfen wollt. Wir möchten euch ein wenig von unserer Schule erzählen. Unsere Schule befindet sich im Dorf Pemuteran, Gemeinde Gerokgak, Regierungsbezirk Buleleng auf Bali in Indonesien. Die Schule liegt sowohl nahe an den Bergen (Anm.: eher Hügel!) als auch am Meeresstrand. Wir hier sind sehr froh und stolz, dass wir mit einer auswärtigen Schule befreundet sind, noch dazu, wo ihr, unsere Schulfreunde, euch so weit weg im Ausland befindet!
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Hier in unserer Gegend gibt es nur zwei Jahreszeiten: die Regenzeit (von November bis März) und die heiße Zeit (Anm.: Es ist aber immer über 30 Grad C warm!). Schnee kennen wir nur vom Fernsehen her. Dort können wir manchmal Eissportarten anschauen wie Skifahren im Schnee. Wir spielen normalerweise oft am Strand. Wir gehen gerne zum Fischen, wir baden und bauen Sandburgen am Strand. Wir haben euren Brief sehr oft gelesen und sind so froh und dankbar, dass ihr uns hier helfen wollt. Wir werden uns auch sehr anstrengen, um ganz viel zu lernen. Wir wären sehr gerne mit euch, den Kindern der Schule im deutschen Dorf Ruhpolding, befreundet! Natürlich wünschen wir uns, dass wir miteinander spielen und reden könnten. Habt ihr keine Lust, uns in den Ferien hier zu besuchen? Das wäre toll! Wir senden euch einen ganz großen Gruß (wörtlich: ein riesiges Hallo) und sind froh und glücklich, dass es euch gibt. Wir hoffen, dass ihr bald kommt. Wir können nicht kommen, weil wir nicht viel Geld haben und nicht so reich sind und oft keine Bücher zum Lernen kaufen können. Lernt ihr gerne? Bestimmt seid ihr alle sehr klug! Wir lernen eigentlich gerne. Unser Lehrer heißt Pak Putu Eka Kusuma Antara. Er ist ein *Guru Pengabdian* (siehe Erklärung unten) und wir mögen ihn sehr und auch, wie er uns unterrichtet. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Hiermit schließen wir diesen Brief an euch Freunde der Klasse 4a in Deutschland mit einem *Salam* und herzlichen Dankeschön! (Anm.: ein Guru Pengabdian ist jemand, der gegen minimales Entgelt und ohne eigentliche Lehrerausbildung arbeitet. Es gibt nicht genügend Lehrer, und so sind alle Beteiligten froh, wenn sich Männer und Frauen bereit finden, die quasi ehrenamtlich in der Elementarschule unterrichten.)
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Die Lehrer haben natürlich ebenfalls einen Dankesbrief geschrieben und nun hoffen wir alle, dass vielleicht doch der eine oder andere Schüler /Schülerin aus Ruhpolding zusammen mit den Eltern einmal hierher kommen werden, um alles vor Ort zu besichtigen. Selbstverständlich bleibe ich gerne die Kontaktperson.
Auch Geli war mit ihrem Sohn Leo wieder hier und hat die Schule besucht, versehen mit vielen kleinen Geschenken und Fotos vom letzten Besuch für die Schüler. Sie ist ebenfalls fleißig am Sammeln und ich möchte den beiden an dieser Stelle ebenfalls ganz herzlich danken! Auch all den anderen Gästen unserer Tauchbasis, die sich für das Projekt interessieren, es vor Ort anschauen und uns mit ihren Spenden helfen. Das Schulprojekt floriert also.
Ein ganz besonderer Dank geht an die Gemeinde Redingen in Luxemburg, die uns zum wiederholten Male sehr grosszügig unterstützt hat!!!
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Und ich bin stolz, genau dasselbe von unserem zweiten Pemuteran-Projekt berichten zu können, dem Handicraft-Projekt.
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Unsere Tauchgäste, die an der mehrmals wöchentlich stattfindenden Handicraft-Tour teilnehmen, erhalten einen tiefenEinblick in das wirkliche balinesische Leben und werden von Tourguide und Galeriebesitzer Kadek eingehend über Kultur, Land und Leute informiert. Ich habe noch keinen getroffen, der nicht sehr beeindruckt war!
Nachdem hier in Bali eine Uniform ein ganz wichtiges Symbol für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist, sind die Handwerker nun stolz wie Oskar, da von dem Gewinn eine solche für alle Mitglieder des Projekts angeschafft werden konnte.
Die weiteren brandaktuellen News sind ebenfalls sehr erfreulich!
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Einer unserer Tauchgäste, Andreas, war von diesem Projekt nun sogar derart fasziniert, dass er spontan beschlossen hat, Aufträge an die Projekt-Handwerker zu vergeben und die Kunstgegenstände nach Deutschland zu exportieren. Dort bietet er sie in seinem Shop "Bali Art Gallery" an, vor allem aber auch übers Internet (siehe Verlinkung).
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Wenn euch also mal ein wirklich ausgefallenes, wunderbar handgefertigtes Geschenk mit balinesisch-asiatischem Touch fehlen sollte – oder ihr euch ein solches selbst gönnen wollt – hier ist die Gelegenheit dazu!
Mit diesen rundum positiven Nachrichten verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal und grüsse euch alle aus dem winterlichen Nordwestbali –angenehm kühle Morgen und Abende, tagsüber heiß mit kühlem Lüftchen. Euch allen einen schönen Nordhalbkugel-Sommer! Ines
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