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Liebe Pemuteran-Freunde,
von meinem zweimonatigen Aufenthalt in Deutschland habe ich unterschiedliche Eindrücke mitgebracht: Gesprächsthema Nummer 1 ist die Wirtschaftskrise, über deren Ursachen sich alle einig sind. Leider ändert das nichts an den Auswirkungen, und so wurde ich bereits bei der Ankunft am Flughafenbahnhof von einer stummen Menschenmenge regelrecht überrollt, die im Eiltempo - ausgestattet mit Aktentasche und coffee-to-go - den Zügen zustrebte. Anspannung und Stress waren greifbar. Und Angst.
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Das kann ich absolut nachvollziehen, schliesslich habe ich jahrzehntelang "dazu gehört". Jetzt nicht mehr. Das Leben in einem kleinen balinesischen Dorf , umgeben von Menschen mit ganz elementaren Problemen ("Wo bekommen wir ausserhalb der Regenzeit Wasser her?" "Wovon bezahle ich den Reis für die nächste Woche?" "Wie soll ich mein Kind auf die Schule schicken?") hat mich inzwischen geprägt. Auch, dass Menschen, die ausser einer Holzhütte mit der allernotwendigsten Ausstattung nichts besitzen, keineswegs unglücklicher sind als wir! Ganz im Gegenteil, man sitzt in der offenen Reishütte zusammen, palavert, lacht immer wieder und versteht es , sich von den Sorgen nicht die Lebensfreude nehmen zu lassen. Ich weiss, ich weiss, kann man überhaupt nicht vergleichen, ganz andere Kultur etc. Trotzdem, ich wollte einfach mal nur so meine Eindrücke wiedergeben ...
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In den persönlichen Gesprächen mit Freunden habe ich aber eine grosse Herzlichkeit erfahren, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft – geradezu überwältigend!!!
Lasst mich daher berichten, wie sich diese ganz offenbar auch (oder gerade?) in Krisenzeiten nicht verschütteten Werte konkret auf unsere Projekte in Pemuteran ausgewirkt haben und es noch tun:
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Inzwischen gehören neun Handwerkerfamilien dem Projekt an, wobei die Eingliederung der "Neuen" in genau von der Vollversammlung beschlossenen Schritten verläuft (Details gerne auf Nachfrage). Wenn das Wort Basisdemokratie irgendwo wörtlich genommen werden darf, dann dort! Das konnte ich auch bei der Jahreshauptversammlung miterleben, die auf dem Fussboden von Kadek Taruna`s Haus stattfand. Nach den Berichten des Vorsitzenden und der Buchhalterin wurden die allfälligen Beschlüsse gefasst, bevor die Versammlung mit der Verteilung von Reis und balinesischen Küchlein als Dankeschön an alle Familien endete.
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Bei dieser Gelegenheit erhielten die Projektmitglieder ihr neues, selbst gestaltetes "Uniform"-Poloshirt, und ich war selten so gerührt, als ich meinen Namen - umrahmt von einem Schleifchen - neben dem Revers aufgedruckt fand. Selbstverständlich ist auch die Bali Art Gallery vertreten mit Andreas als "Grossaufftragsgeber" fürs Projekt. Tja, Marketing life! Ich kann nur sagen, es ist noch genügend Platz auf dem Polohemd ...
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Genau am Tag vor unserer Abreise nach Deutschland wurde der neue Sanitärtrakt für die Elementarschule Nr. 2 (SD2) eingeweiht.
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Ja wohl, es gab eine Einweihungszeremonie mit Priester und allem, was dazu gehört: Ohne Zeremonie an dem von den Göttern dafür als geeignet befundenen Tag kann kein Gebäude(teil) in Gebrauch genommen werden. Das war die erste offizielle Toilettenzeremonie meines Lebens, und ich kann nur sagen, ich fand sie gelungen!
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Das nagelneue Gebäude enthält sechs balinesische Toiletten und zwei Handwaschbecken und ist in einem hygienisch einwandfreien Zustand. Damit das auch so bleibt und vor allem, damit die Kinder generell erfahren, was Hygiene eigentlich ist und warum sie so wichtig ist, werde ich an den Schulen darüber sprechen und jeweils eine(n) Verantwortlichen bestimmen, der die Reinigung des Toilettentrakts überwacht.
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Die Veranstaltung fand ihren Abschluss darin, dass die Schulkinder für uns gesungen haben, und weil Düde gerade Geburtstag hatte, wurde er mit einem vielkehligen "Alles Gute zum Geburtstag!" überrascht. Anschliessend konnte man zwei blumenbekränzte Weisse in vollem balinesischen Zeremonie-Ornat auf der Vespa durchs Dorf fahren sehen.
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Das gespendete Geld – danke, liebe Grund-und Hauptschüler aus Ruhpolding! - reicht noch für den Aufbau eines neuen Sanitärtrakts in der Elementarschule Nr. 4, der vor dem Abschluss steht und über den ich in den nächsten News berichten werde.
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Auch von dieser explizit für die ärmsten Kinder eingerichteten Stiftung gibt es positive Neuigkeiten: Nach wie vor ist die Einrichtung so beliebt, dass sich schon eine Warteliste gebildet hat. Die Kinder werden jeden Nachmittag in verschiedenen Altersgruppen unterrichtet, und zwar in Englisch, Allgemeinkunde, Mathematik und balinesischer Tradition (zum Beispiel Tanz), die Älteren erhalten Computerkurse und Unterricht in Öko-Tourismus.
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Dank eurer Spenden sind die Löhne für die allesamt sehr engagierten Lehrer – die es geniessen, eine so motivierte Kinderschar zu unterrichten - bis auf weiteres gesichert. Erste Verbesserungen des Lehrraums in Form einer windabhaltenden Seitenabdeckung konnten angebracht werden.
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Zudem gibt es ab sofort die Möglichkeit, die Patenschaft für ein – oder mehrere – Kind(er) zu übernehmen. Einem Kind für ein Jahr den Schulbesuch zu ermöglichen kostet umgerechnet 100 - 110 Euro. Alles, was ihr hierzu im Einzelnen wissen wollt, werdet ihr so bald als möglich in allen Einzelheiten erfahren.
Wir – also die Gründungsmitglieder der Foundation – haben uns bereits kurz nach meiner Rückkehr getroffen, um weitere Pläne und Ideen zu besprechen. Vorab schon mal so viel: Es wird eine Liste angelegt werden, in der die Kinder, die Patenschaften benötigen, in der Reihenfolge der Bedürftigkeit aufgeführt sein werden, zusammen mit den biographischen Daten des Kindes, Auskünften zur Familie und einem Foto. Der prospektive "Pate" oder die "Patin" wird die Patenschaft für das nächste auf der Liste aufgeführte übernehmen, wobei er/sie wählen darf, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt. Die Kontrolle über das gespendete Geld wird vom Komitee übernommen, wobei ich für alle Spenden aus deutschsprachigen Ländern verantwortlich bin.
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Alles in allem ist das wieder unglaublich viel, was allein im letzten Vierteljahr wieder verwirklicht werden konnte! Das alles dank eurer aller Hilfe!!! Ich wünschte, ihr könntet diejenigen sehen und hören, denen das zugute kommt: Der Spruch, das Helfen Freude macht - vielleicht sogar glücklich - , stimmt. (Ich werde mit den Webmaster-Experten sprechen, ob man ein kleines Video "einbauen" kann).
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Wieder einmal wurden wir von einer grosszügigen Spende aus Luxemburg überrascht, und zwar von einer Gruppe junger Leute, den Déi Jonk Schweecherdaulers, die für Pemuteran gesammelt hatten. Der symbolische Scheck wurde an Christiane und Claude übergeben, unsere dortigen "Pemuteran-Aktivisten". Das war auf jeden Fall einen Zeitungsartikel wert! Einfach toll!
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Herzlichkeit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft UND der gemeinsame Einsatz für Menschen, denen es schlechter geht – auf jeden Fall ein guter Weg zur Krisenbewältigung, finde ich.
Eure Ines
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