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Sehr geehrte Anwesende, zunächst mochte ich mich bei allen bedanken, die uns in den 2 ½ Jahren seit unserer Ankunft in Pemuteran so freundlich aufgenommen haben! Da wir uns entschlossen haben, hier zu leben, bemühen wir uns, die indonesische Sprache sowie die hiesigen Sitten und Gebräuche zu erlernen. Außerdem möchten wir der Bevölkerung von Pemuteran helfen. Da ich in Indonesien nicht in meinem erlernten Beruf als Ärztin arbeiten darf, habe ich nach einem Weg gesucht, auf andere Art und Weise zu helfen. Lassen Sie mich erzählen, wie es dazu kam, die Grundschule Nr. 3 in Pemuteran zu unterstützen.
Liebe Eltern! Überall in der ganzen Welt wünschen sich die Eltern die bestmögliche Erziehung für ihre Kinder, weil sie wissen, dass dies das beste Geschenk ist, das sie ihren Kindern mitgeben können. Wenn die Kinder eine gute Ausbildung erhalten, so ist es nach dem Schulabschluss für sie wesentlich einfacher, Arbeit zu finden – entweder direkt in der Gemeinde oder an irgendeinem anderen Ort. Wir, die Eltern, sind dafür verantwortlich. Meine Eltern ermöglichten mir eine sehr gute Ausbildung, wofür ich ihnen immer dankbar sein werde. Auch mein Mann und ich hielten unsere Tochter immer dazu an, soviel wie möglich zu lernen, und nun gilt dasselbe für unseren Enkel. Manchmal ist diese Aufgabe nicht einfach fuer die Eltern, und auch in meinem Heimatland müssen oft beide Elternteile arbeiten, um die Ausbildung finanzieren zu können. Aber die europäischen Länder sind dennoch besser ausgestattet als Indonesien, was Schulgebäude und Unterrichtsmaterial betrifft. Als ich nach Pemuteran kam, wandte ich mich mit den Frage an Ibu Nela, was ich denn für die Kinder hier tun könne. Sie zeigte mir die Grundschule Nr. 3 in Pemuteran und musste mir nicht erzählen, was benötigt wurde, ich konnte es mit eigenen Augen nur allzu deutlich sehen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung erhalten, dann ist zunächst einmal ein solides und mit gutem Material ausgestattetes Schulgebäude eine Grundvoraussetzung. Als Ärztin war mir ebenfalls klar, dass ein neues Sanitärgebäude dringendst notwendig war, denn ein Mindestmass an Hygiene ist unabdingbar für die Gesundheit. Also begann ich, für dieses Projekt Geld zu sammeln, indem ich mein Buch verkaufte, das über mein Leben in Pemuteran berichtet. Ein guter Freund, der Pemuteran kennengelernt hat, hat eine eigene Homepage im Internet erschaffen, wo nun die ganze Welt sich über die Schule Nr. 3 in Pemuteran informieren und viele Bilder ansehen kann. Auch andere Freunde, vor allem aus Luxemburg, aber auch aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, riefen Spendenaktionen ins Leben oder spendeten selbst Geld, sodass wir schon sehr bald mit dem Bau des Sanitärgebäudes beginnen konnten. Da es dennoch weitaus nicht für die Renovierung des Schulgebäudes ausreichte, schrieb ich einen langen Bericht an das Auswärtige Amt nach Jakarta, in dem ich unsere Ziele und bisherigen Aktionen schilderte und um finanzielle Unterstützung bat. Zusammen mit dem Schulkomitee erarbeiteten wir einen Kostenvoranschlag, und erhielten von der deutschen Botschaft aus Jakarta die wunderbare Nachricht, dass ein Grossteil des benötigten Baumaterials von dort bezahlt werden würde. An diesem Punkt möchte ich der Deutschen Botschaft in Jakarta vielmals herzlich danken! Ohne deren Unterstützung wäre es niemals möglich gewesen, das Schulgebäude in so kurzer Zeit zu renovieren! Frau Marianne Weinbach, die im Auswärtigen Amt für dieses Projekt verantwortlich ist, war bereits zur Besichtigung hier und war beeindruckt über die Qualität der Arbeit und lässt für den herzlichen Empfang danken.
Liebe Lehrer, überall in der Welt gehört es zu einer der wichtigsten Gemeindeaufgaben, die Grundschulkinder zu unterrichten. Dort haben wir noch die Chance – und darin liegt auch eine große Verantwortung! – den Kinder grundlegendes Wissen zu vermitteln. Es geht nicht nur darum, lesen, schreiben und rechnen zu lernen, sondern auch darum, sich im Leben bewegen zu lernen und zu erfahren, was für das Leben und die Zukunft von Bedeutung ist. Und das heißt natürlich lernen, lernen und nochmals lernen, ohne jedoch den Spaß am Lernen außer acht zu lassen. Ich konnte mich davon überzeugen, dass die Lehrer an der Grundschule Nr. 3 dazu motiviert sind, und ich hoffe, dass ihnen das neue Schulgebäude noch mehr Antrieb für ihren schwierigen Job geben wird!
Liebe Schüler, wie ich sehen konnte, seid ihr wirklich nette Kinder und ich bin sicher, dass ihr euren Eltern immer viel Freude machen wollt, indem ihr fleißig in der Schule lernt. Mein Enkel ist auch in eurem Alter, und er lernt sehr gerne. Er schreibt mir Briefe auf dem Computer und hat begonnen, englisch zu lernen, damit er sich im nächsten Jahr, wenn er hierher zu Besuch kommt, mit euch unterhalten kann. Ich erzähle ihm immer über euch und eure Schule und er hat schon angefangen, Geld zu sammeln, weil er den Jungs hier –da er so gerne Fußball spielt – einen richtig guten Fußball schenken möchte. Seid ihr nicht auch neugierig, wie Kinder in anderen Ländern lernen und leben und was sie gerne tun? Mein Plan für die Zukunft ist es, Verbindungen zwischen deutschsprachigen Schulkindern und euch herzustellen, sodass ihr euch gegenseitig schreiben und über euer Leben berichten könnt, Ich bin sicher, sie werden in Europa auch ein wenig Geld sammeln, damit besseres Schulmaterial für euch gekauft werden kann oder eben das, was an eurer Schule für euch benötigt wird. Und vielleicht kommen sie euch ja auch einmal besuchen! Auf dieselbe Weise hoffe ich, Verbindungen zwischen den Lehrern herstellen zu können. Voraussetzung für eine Kommunikation ist das Beherrschen der englischen Sprache. Von nun an werden die Lehrer dieser Schule Englischunterricht erhalten, sodass sie englisch reden und schreiben können, um danach ihr Wissen an die Schüler weiterzugeben. Was weitere Pläne angeht, so werden wir gemeinsam mit dem Bürgermeister, dem Schulkomitee und den Lehrern und Eltern darüber diskutieren. Lassen Sie uns also gemeinsam, Schritt für Schritt, den Weg für eine bessere Ausbildung der Kinder beschreiten!
Unsere Freunde und wir hoffen, dass uns dies gelingt.
Nochmals Dank an alle, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben und danke für Ihre Aufmerksamkeit.
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