Wie alles begann …

Irgendwann im Jahre 2006 kam ich auf meinem Weg entlang der Hauptstraße von Pemuteran an einem kleinen Geschäft vorbei, das meine Neugierde weckte: Es sah nämlich tatsächlich wie ein GESCHÄFT aus, mit Glasfenstern, hinter denen ordentlich aufgereiht verschiedene kunsthandwerkliche Objekte ausgestellt waren. So was hatte ich in Pemuteran noch nie gesehen! Das hier war sozusagen die “kleinste Galerie der Welt”. Da “shopping” in Pemuteran mangels Shops nicht möglich ist, betrat ich umgehend das Geschäft und vertiefte mich gründlich in jedes einzelne Kunstobjekt, um mich schliesslich zum Kauf einer hübschen Kette aus Kokos und eines Sets Salz- und Pfefferstreuer aus Austernschalen zu entschliessen.

Der junge balinesische Mann, der mich bediente, fragte in perfektem Englisch, ob er mir noch irgendwie behilflich sein könne. Er konnte, wie sich im Laufe der folgenden sehr langen Unterhaltung ergab: Kadek Taruna, so der Name des Geschäftsinhabers, hatte dieselbe Idee wie ich, nämlich den hiesigen Bewohnern zu Arbeit zu verhelfen, am besten zu traditioneller. Seine Vorstellungen waren auch schon etwas konkreter als meine.

Einige Tage später führte Kadek mich in einen Ortsteil, der verborgen hinter der Hauptstrasse liegt und in dem sich winzige Handwerksbetriebe der verschiedensten Art befinden. Vor der „Bali-Bombe“- die Zeit wird auf Bali immer noch in „vor“ und „nach“ diesem einschneidenden terroristischen Ereignis eingeteilt – florierten diese Winzigstwerkstätten und belieferten den touristischen Süden sowie das ebenfalls touristische und als so genanntes Künstlerdorf bekannte Ubud. Danach blieben sämtliche Touristen aus und damit auch die gesamten Aufträge. Was ich hier sah, war Armut.

Kadeks konkreter Wunsch war es, einen Weg zu finden, diesen Betrieben wieder zu Aufträgen zu verhelfen. Da ich meine Privatführung durch die vielen ergänzenden Erläuterungen von Kadek zu geschichtlichen, taditionellen und kulturellen Hintergründen sehr interessant fand, kam mir der Gedanke, dass dies auch unseren Tauchgästen gefallen könnte. Kadek erklärte sich bereit, als Führer für diese “Handicraft-Tour” zu fungieren. Also entwickelte ich einen Info-Flyer, der an der Tür unseres Tauchcenters aufgehängt wurde und an alle anderen interessierten Betriebe verteilt wurde …

Handicraft Infoflyer

Seitdem finden mehrmals wöchentlich kostenfreie Touren statt, für die zunächst ich, inzwischen auch unser gesamter Office staff und Düde die Werbetrommel rühren.

Was sich bis heute daraus entwickelt hat, hätte damals noch niemand zu hoffen gewagt!

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