Wie alles begann ...
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Arbeitssituation in Pemuteran
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Situation bei Projektbeginn

Unsere Schulsituation hier im Dorf Pemuteran, im äußersten Nordwesten der Insel, ist zumindest vorhanden. Es GIBT Schulen. Aber speziell in der Grundschule Nr. 3 lässt doch sehr vieles zu wünschen übrig, was Sie auf den von Claude gemachten Fotos sehen können.
Immerhin konnten wir mit der Anmeldung unserer Aktion, die sich via Dorfhäuptling dann doch auf den üblichen, unergründlichen Wegen bis in Regierungskreise herumgesprochen hat, so etwas wie ein wenig schlechtes Gewissen oder – nach der Ankündigung, dass es eine Website geben wird – vielleicht auch ein wenig Angst vor zu großer Blamage erzeugen. Jedenfalls hat sich die Regierung nun immerhin bereit erklärt, angeblich noch im September mit der Ausbesserung des hauptsächlich betroffenen Schultraktes – es gibt drei Schultrakte - zu beginnen.



Da ich balinesische Zeitangaben inzwischen kenne, nehme ich an, dass vielleicht im November begonnen werden wird. ABER: Der erste Schritt ist getan! Und ich persönlich halte es für sinnvoller, ein kleines Projekt wirklich Step by Step durchzuziehen und zu betreuen, um nachvollziehbare Ergebnisse vorweisen zu können. Das ist unser Ziel.
Die Lehrer *unserer* Schule sind freundlich und zugänglich, besonders ein sehr respektabler junger Lehrer und eine engagierte junge Lehrerin haben auf uns einen sehr guten Eindruck gemacht.



Kostenvoranschläge

Mir liegen dieselben Kostenvoranschläge vor wie der Regierung Rp
Die Renovierung der Unit 1 der Schule (das ist das am meisten beschädigte Gebäude) würde demnach kosten 192.500.000 15.500,-
Die Renovierung der WCs, des Fahrrad- und Abfallraums wird in keinem Fall von der Regierung unterstützt, dies kostet laut Voranschlag 59.616.000 4.800,-
Hierzu kommt noch mindestens ein, besser zwei Handwaschbecken, die m. E. dringend notwendig sind    
Die Wünsche der Lehrerschaft (ein Computer, verschiedene Regale) belaufen sich auf 23.700.000 1.900,-
Gesamt:   ca. 23.000,-


Da wir die Entscheidung des Governments abwarten müssen, haben wir uns entschieden, mit dem anzufangen, was ohnehin getan werden muss, nämlich mit der Renovierung des WC-Traktes. Hierzu werde ich von einem anderen Bauleiter einen weiteren Kostenvoranschlag einholen. Beginnen können wir, wenn das dafür erforderliche Geld vorhanden ist. Selbstverständlich sind alle Kostenvoranschläge sowie künftige Rechnungen bei mir jederzeit einzusehen.
Der nächste Schritt ist dann die Hilfe im Lehrerzimmer, wobei es mit dem Kauf des Computers nicht getan ist. Mindestens ein Lehrer muss einen Computerkurs belegen, wobei ich noch die Kosten einhole. Die Lehrer haben sich ebenso mit der Bitte an mich gewandt, ob man ihnen Englischunterricht ermöglichen könne. Sie dachten dabei an mich oder meine Assistentin Dini. Ich gebe im Moment bereits Sprachunterricht in Deutsch für unseren Staff und kann nur mithelfend eingreifen, Dini überlegt sich die Anfrage. Eine finanzielle Vergütung von etwa 8-10 Euro pro Unterrichtseinheit könnte der jungen Frau, die demnächst heiratet, die Entscheidungsfindung eventuell erleichtern.



Kosten: Fakten + Faktoren

Nach unserer Besichtigung der Schule war auch ein Mitglied des Governments vor Ort und hat dasselbe festgestellt wie wir, dass nämlich die Schule dringendst renovierungsbedürftig ist.

Der von der Schule vorgelegte Kostenvoranschlag (detailliert bis zum letzten Sack Zement) wurde zunächst genehmigt und mit den Arbeiten sollte im September begonnen werden. Nun wurde der Schule mitgeteilt, dass dies erst noch auf verschiedenen Gemeindeebenen diskutiert werden muss, da es offenbar etliche Schulen in derartigem Zustand gibt. Die Zusage wurde vorerst (?) zurückgenommen.

Der Status quo besteht also in Warten, ob das Government (noch) zusagt oder nicht.

Nachdem ich nun 16 Monate hier lebe und wir ein Geschäft gegründet haben, meine ich die hiesige Bürokratie soweit zu kennen um sagen zu können, dass wir uns darauf nicht (mehr) verlassen können, da die avisierten Gespräche in aller Regel langwierig sind und ergebnislos verlaufen.



Lichtblick

Zum Glück gibt es hier auch aufgeschlossene europäische Nachbarn, zum Beispiel die - seit über zehn Jahren (!) - Besitzerin des Exklusivhotels Puri Ganesha, eine gebürtige Engländerin. Nachdem sie mit dem von ihr geplanten Frauenhilfsprojekt auf Widerstände stößt, hat sie sich nun ganz unkonventionell zur Mithilfe bei der Schule entschlossen und schon mal die Bänke und Stühle für die ersten vier Klassenzimmer gestiftet sowie alle für die Grundschüler nötigen Bücher. Das ist phantastisch!!!

Ich hoffe sehr, dass wir bald zumindest das Geld für den WC-Trakt zusammen haben, um anfangen zu können. Mir ist dieser Punkt sehr wichtig, da ich als Medizinerin gern wenigstens die hygienischen Grundvoraussetzungen für die Schule schaffen möchte.






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Kostenvoranschläge