es ist einfach unglaublich, wie schnell so ein Jahr vergeht, und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich im letzten Jahr gar nichts berichtet habe. Das mag daran liegen, dass die Uhren auf Bali tatsächlich anders gehen: So genau weiß keiner, welcher Wochentag gerade ist und man orientiert sich hauptsächlich an allfälligen Zeremonien (z.B. „ zwei Tage vor der Vollmondzeremonie“). Die Zeit ist ein langer, mehr oder weniger ruhiger Fluss. Zumindest auf unsere Projekte trifft das nun nach der eher aufregenden Anfangsphase zu. Im vergangenen Jahr haben wir an der Grundschule einige Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, insbesondere am Sanitärtrakt. Im tropischen Klima ist es nun einmal so, dass die Bauten viel schneller verwittern und man am besten immer am Ball bleibt und kleinere Schäden sofort ausbessert.
Der Englischunterricht für die Lehrer hatte Startschwierigkeiten, da zuerst der avisierte Lehrer nicht der richtige war, dann fiel die Auswahl der Teilnehmer offenbar schwer. Für mich war es ein Lernprozess, da einem nicht wie bei uns einfach mitgeteilt wird, wo welche Schwierigkeiten liegen, sondern man das durch akribisches Nachhaken selbst herausfinden muss. Auf die Frage, wie es geht, antworten nämlich immer alle grundsätzlich mit „gut, kein Problem!“. Schlussendlich konnten wir einen sehr guten balinesischen Englischlehrer aus dem Nachbardorf gewinnen, der nun zweimal pro Woche „Unterricht für Unterrichter“ abhält, also gleich berücksichtigt, wie die Lehrer das soeben Erlernte an die Schüler weiter transferieren können. Wie generell ALLES auf Bali, braucht auch das seine Zeit. Für das nachte Jahr ist eventuell der Kauf eines PC geplant, wobei Basisenglisch die Voraussetzung ist, sonst macht das keinen Sinn.
Weiterhin haben wir einzelne Schüler unterstützt, die an den hier stattfindenden Schulwettbewerben teilgenommen haben: einmal im Jahr schicken alle Grundschulen des Schulbezirks die besten Schüler in verschiedenen Kategorien (z.B. Naturwissenschaften, Sport, Lesen) zu einem Wettbewerb. Gewonnen haben „wir“ zwar nicht, die kleinen Teilnehmer waren aber enorm stolz, von einer Schule mit internationaler Unterstützung abgesandt zu werden und haben sich alle sehr angestrengt.
Angedacht ist nun das Sponsoring bestimmter Schüler aus armen Familien, für die die Schulgebühr schwer zu erbringen ist. Einige unserer Tauchgäste haben bereits Interesse bekundet, ein Kind zu unterstützen, was für die Grundschule etwa 50 Euro pro Jahr beträgt. Dazu muss und werde ich mich aber mit dem Schulleiter UND dem Bürgermeister zusammen setzen und besprechen, wie man das am besten managt. Ich denke beispielsweise schon daran, dass dann am Ende des Schuljahrs das Zeugnis vorgelegt werden und danach entschieden werden muss, ob das Sponsoring weitergeführt wird. Sollte sich dies als gut und erfolgreich erweisen, kann man später daran denken, diese Kinder auch in der weiterführenden Schule zu unterstützen.
Herzlich danken möchte ich allen, die mit Besuchen vor Ort sich ihr eigenes Bild gemacht und gespendet haben. Immer erinnern werden sich die Kinder ganz sicher an die zwei Schweizer Familien, die mit ihren Kindern da waren. Zur Auflockerung des Kennenlernens hatte die Lehrerin vorgeschlagen, dass erstmal die Schweizer ein Lied vorsingen, worauf die balinesischen Kinder gebannt dem Lied vom Hirtenbuben auf der Schweizer Alm lauschten. Das jüngste der Schweizer Kinder war von dem Besuch so beeindruckt, dass es danach auf einen Juniortauchgang verzichtet und das Geld der Schule gespendet hat. Auch die Übergabe eines Fußballs von einem deutschen Jungen an die gleichaltrigen Schüler der SD3 war ein Highlight. Wie ihr seht, sind die Kinder hier wirklich noch so leicht zu begeistern und offen für Neues, was für die weitere Entwicklung ein großer Vorteil ist.
Ebenfalls ein großes, dickes Dankeschön an unsere „Luxemburger Dependance“, die nach wie vor mit unglaublichem Engagement und Ideenreichtum Geld für das Schulprojekt sammelt!
Etwas verspätet zwar, aber dennoch von Herzen allen Freunden „unseres“ Projektes ein gutes Jahr 2008!
Ines
Weinachtsbericht 2006 - Einweihung
(Teil-) Ziel erreicht: Einweihung der Elementarschule in Pemuteran
Liebe Freunde, zum Jahresausklang eine gute Nachricht aus dem Nordwesten von Bali: Das neue Schulgebäude, das mit eurer Hilfe renoviert werden konnte, ist fertig und wurde eingeweiht. Und das gleich dreimal! Am 23. November kam Frau Marianne Weinbach vom Auswärtigen Amt in Jakarta zu uns nach Pemuteran, um zu überprüfen, wohin die Unterstützungsgelder geflossen sind. Sie war sehr angetan von der Qualität des Baus und auch von der herzlichen Begrüßung durch die Kinder, aus deren Kreis ein paar kleine Mädchen sogar einen balinesischen Willkommenstanz aufführten. Ich denke, sie konnte sich überzeugen, dass das Geld hier sehr gut angelegt ist! Die zweite Einweihung fand am Tag des Vollmonds, dem 5. November, in Form einer hinduistischen Zeremonie statt, an der ich auch teilgenommen habe. Alle Anwesenden waren in balinesischer Tracht, der Priester war speziell für diese Art der Einweihung ausgebildet, wie ich mir habe erzählen lassen. Nun kann das neue Gebäude auch benutzt werden, was ja vor der religiösen Zeremonie nicht gestattet ist. Am nächsten Tag erfolgte Einweihungsfeier Nr. 3, bei der von offizieller Seite der – bei uns würde man sagen – Oberschulrat aus Singaraja teilnahm, außerdem der Lehrervorsitzende der ganzen Gemeinde, selbstverständlich der Schulleiter, die Elternvertreter bzw. alle Eltern, die abkömmlich waren und alle Schüler. Die Feier lief – nach der für balinesische Verhältnisse üblichen Verspätung - dann mit einer unglaublichen Disziplin von Seiten der Schüler ab, die hier in ihren Lehrern wirklich noch Autoritätspersonen sehen und sie auch so behandeln. Nach einem goldigen Tanz dreier Schülerinnen gab es eine Dankesrede vom Schulleiter, wobei ich den Dank an euch alle unbedingt weitergeben soll! Anschließend sprach der sehr beeindruckte Schulrat, der es sehr gerne sehen würde, wenn diese Schule zu einer Art *Pilotprojekt* für diese Region werden würde, eine Art Vorzeigeobjekt für andere, die helfen wollen. Auch er lässt vielmals danken. Ja, und dann habe ich meine Rede auf indonesisch gehalten – wie Düde meint, nach anfänglichem leichtem Stocken recht flüssig ;-) -, und die könnt ihr nachlesen. Ich hatte SEHR konzentrierte Zuhörer! An der Stelle, an der ich sagte, dass mein Enkel schon für einen Fußball für die Jungs hier sammelt, brandete spontaner und herzlicher Beifall auf, auch, als ich über meinen Versuch sprach, Beziehungen zwischen hiesigen Schülern und Lehrern und denen in Deutschland / Luxemburg / Schweiz / Österreich zu schaffen. Ja, nun haben wir wirklich in unglaublich kurzer Zeit etwas ganz Tolles zustande gebracht, und alle, die mitgeholfen haben, dürfen stolz sein! Danke!!!! Wie ihr in meiner Rede lesen könnt, wird es weitergehen mit Englischunterricht für die Lehrer, den ich schon organisiert habe, wobei das Geld noch für die nächsten 10 Monate langt. Da das Ganze aber vielleicht wirklich zu einem Pilotprojekt werden kann – ich hoffe es! – wäre ich weiterhin für eure Unterstützung sehr dankbar! Es gibt ja nun neuen Schulraum für etwa 100 Schüler, aber die restlichen 50 müssen noch im alten, desolaten Gebäude bleiben. Ich werde also weiterhin versuchen, Sponsoren für einen weiteren Ausbau zu gewinnen. Noch ein Hinweis für Weihnachtsfeiern: Isabell hat es im letzten Jahr schon vorgemacht, als sie für die Angehörigen ihrer Firma 30 Bücher kaufte und diese als Geschenk bei der Firmenweihnachtsfeier verteilte, zusammen mit Infos über das Schulprojekt. Na, wahr’ das keine Idee? Christian steht für eure Bestellungen jedenfalls gerne zur Verfügung! Es gibt also noch viel zu tun, packen wir’s an! Was ich mir auch sehr wünsche, wäre wirklich der Kontakt zu Lehrern und Schülern von Grundschulklassen! Ich bin gerne bereit, die Übersetzungsarbeit hin und zurück zu leisten, weil ich überzeugt bin, dass solche direkten Kontakte sozusagen von Mensch zu Mensch am wirkungsvollsten sind. Ich kann mir auch Brieffreundschaften vorstellen, am besten in englischer Sprache, dann lernen beide Seite auch noch ein wenig. Ganz toll wäre es natürlich, wenn sich daraus dann auch mal ein Besuch hier bei uns in Pemuteran ergibt! Nun wünsche ich euch allen und euren Familien eine wirklich besinnliche Vorweihnachtszeit, ohne den üblichen Stress – muss nämlich nicht sein, der ist meist selbst gemacht! – und Frohe Feiertage! Eure Ines
August 2006 - Schülerbrief
Pemuteran/Norwest-Bali, 22 August 2006 An die Grundschüler in Deutschland und Luxemburg
Liebe Schulfreunde, wie geht es euch? Wir sind die Schüler und Schülerinnen der Grundschule Nummer 3 in Pemuteran. Grundschule heißt bei uns *Sekolah Dasar*. Unser Dorf Pemuteran liegt fast an der nordwestlichen Spitze von Bali, genau am entgegen gesetzten Ende von der Hauptstadt Denpasar. Weil wir so weit von dort weg sind, kommen nicht so viele Leute zu uns. Unsere Schule ist leider nicht sehr schön, das könnt ihr auch im Internet anschauen: Unser Lehrer Pak Gede (Pak ist indonesisch und bedeutet *Herr*) hat es sich bei Ibu Ines (Ibu ist indonesisch und bedeutet *Frau*) angeschaut, weil unsere Schule keinen Computer hat. Dort kann man sehen, dass das Schulhaus ziemlich kaputt ist, und in der Regenzeit müssen wir einen Regenschirm mitbringen, weil es immer durchs Dach regnet. Wenn es sehr stark regnet, dann kommt das Wasser auch durch die Schultüren und die Füße werden auch nass. Aber es ist jetzt schon viel besser: Ibu Ines hat Geld von vielen Freunden gesammelt und ein Buch verkauft und gespendet und die deutsche Botschaft hat uns auch ganz viel geholfen. Wir haben gehört, dass auch die Schüler in Luxemburg ganz viel getan haben, und Geld für uns gesammelt haben. Dafür möchten wir euch vielen, vielen Dank sagen! Eines unserer Schulgebäude ist mit diesem Geld neu aufgebaut worden, und wir haben auch neue Toiletten und Waschbecken bekommen. Wenn das Schulgebäude fertig ist, wird der Priester eine Zeremonie dafür machen, damit alles von den Göttern geschützt wird. Unsere Lehrer wollen dann zusammen mit Ibu Ines überlegen, was wir alles zum Lernen brauchen können. Bei uns hat nicht jedes Kind ein eigenes Schulbuch, und das ist schwierig, auch für die Hausaufgaben. Wir hoffen, dass ihr mit uns eine Verbindung aufbauen möchtet. Wir könnten uns schreiben: Ibu Ines kann unsere Briefe übersetzen und an euch schicken. Wir haben viele Fragen, wie es ist, bei euch in die Schule zu gehen und wie ihr lebt. Und wenn ihr wissen wollt, wie es bei uns ist, dann erzählen wir es euch. Es wäre schön, wenn ihr schreiben würdet! Wenn ihr einmal nach Bali zu Besuch kommt, dann seid ihr unsere Gäste in der Sekolah Nr.3. Nochmals vielen herzlichen Dank für eure Hilfe! Bis bald!
Alle Schüler der Sekolah Nr. 3 und ihre Familien
August 2006 - Lehrerbrief
Pemuteran, 22. August 2006 Brief an die Lehrer und Lehrerinnen in Deutschland und Luxemburg
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit diesem Brief möchten wir, die Lehrer der Grundschule Nr. 3 in Pemuteran, sowie alle Schüler und ihre Eltern, uns viele viele Male für Ihre Hilfe bedanken! Wir danken Gott, dass uns schon so viel geholfen wurde! Das neu renovierte Schulgebäude und der Toilettentrakt sind nun bald fertig. Damit wurde allen Beteiligten geholfen: Den Schülern, den Lehrern und auch den Eltern unserer Schüler, die dabei mitarbeiten und etwas verdienen konnten. Wir hoffen sehr, dass es zu einem Austausch zwischen den Lehrerinnen und Lehrern in Ihrem Land und uns kommen wird! Nachdem wir schon so viele Hilfe aus Deutschland und Luxemburg und von der Deutschen Botschaft in Jakarta erhalten haben, wäre es schön, wenn Sie auch weiterhin Interesse für unsere Schule und unsere hiesige Situation als Lehrer hätten. Ibu Ines besichtigt immer, wenn Lehrer aus deutschsprachigen Ländern nach Pemuteran kommen, unsere Schule mit ihnen. Sicher können diese Kollegen Ihnen berichten, dass es uns vor allem an Lehrmaterial fehlt. Leider hat Ibu Ines erfahren, dass der Transport von Lehrmaterial, das Sie nicht mehr benötigen, aus Ihren Ländern hierher wegen Transport- und Bürokratieschwierigkeiten nicht möglich ist. Wenn die Renovierungsarbeiten des Gebäudes abgeschlossen sein werden, wird das Schulkomitee gemeinsam mit Ibu Ines darüber beraten, welche Schritte wir als nächste gehen können. Gerne beantworten wir alle Ihre Fragen und freuen uns über jeden Kontakt! Wenn Sie hierher kommen, laden wir Sie natürlich in unsere Schule ein. Nochmals herzlichen Dank für alle Hilfe und hoffentlich bis bald!
Alle Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Nr. 3 Pemuteran, Gerokgak-Singaraja
August 2006 - Sommer News
Liebe Freunde und Gönner des Schulprojekts Pemuteran,
es gibt angenehme Sommer-News aus dem Nordwesten Balis! Zum einen die Tatsache, dass wir hier von allen Naturkatastrophen im indonesischen Raum glücklicherweise vollkommen verschont geblieben sind.
Großbaustelle :-) Das neue Schulgebäude
Dies liegt wohl an der generell geschützten Lage von Bali im indonesischen Archipel, wie Christian neulich anhand von See- und Unterseekarten sowie den Statistiken von Seebeben der letzten Jahrzehnte recherchiert hat, als auch an der speziellen Lage von Pemuteran im äußersten Nordwesten der Insel, was weiteren Schutz durch vorgelagerte Inseln bedeutet. Manchmal habe ich überhaupt das Gefühl, dass wir hier noch ein wenig *abseits* liegen, auch von den Einflüssen aus dem Süden Balis, wo man sich schon nach Mallorca versetzt fühlen kann. Ich hoffe sehr, dass unsere dörfliche Idylle sich noch möglichst lange hält!
Was sich dagegen ändern soll und muss, ist, dass die Schulbildung hier in der *Pampas* so weit aus dem Blickwinkel des Schulministeriums geraten ist, dass die hiesigen Kinder gegenüber den großen Städten deutlich benachteiligt sind. Aber daran arbeiten wir ja, und zwar sehr erfolgreich: Gerade wurde das neue Schulgebäude zu etwa 70% fertig gestellt und ich habe den Zwischenbericht mit Fotodokumentation und allen Abrechnungen ans Auswärtige Amt nach Jakarta geschickt. Dort wurde er geprüft und nun warten wir auf die Restsumme des Unterstützungsgeldes. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank an alle, die sich dort für uns eingesetzt haben!!!
Schneller als gedacht bald ist es geschafft!
Dann geht es in die Endphase des Baues, wofür ich etwa noch 4 Wochen rechne. Ganz erstaunt haben alle Komiteemitglieder - mich eingeschlossen - neulich übrigens bemerkt, dass wir völlig vergessen hatten, Fenster und Lampen in die Kalkulation mit einzubeziehen! Das wird jetzt natürlich nachgeholt. Während der Bauphase findet der Unterricht in dem ebenfalls desolaten Nachbargebäude statt, wobei über den Tag verteilt in Schichten Unterricht erteilt wird. Alle freuen sich schon riesig auf die neuen Klassenzimmer!
Fenster? Wer brauch denn sowas? ;-)
Wenn interessierte Lehrer hier zu Besuch sind, schauen wir immer die Schule an. Dabei kam bei Wiebke der Gedanke auf, dass man ausrangierte Schulmaterialien aus Deutschland hier noch gut einsetzen könnte. Vom Auswärtigen Amt wurde mir auf meine Nachfrage hin aber erklärt, dass der Aufwand, um alles hierher zu transportieren, noch dazu mit allem anfallenden Bürokratismus, viel zu hoch sei und die Beschaffung vor Ort deutlich günstiger. Ich habe mich jetzt mit einem anderen Sachverständigen vom Auswärtigen Amt in Verbindung gesetzt, der hierfür zu ständig ist und werde berichten, was er uns rät.
Noch im alten Raum
Eine wunderbare Idee kam von meiner Schulfreundin Verena: Es gibt in Deutschland den so genannten „Wow-Tag“, an dem deutsche Schüler einen ganzen Tag lang Arbeiten verrichten und den Lohn hierfür an bedürftige Schulen weiterleiten. Natürlich wären wir hoch beglückt, wenn ihr dabei an uns denken würdet! Wir sind nun auch dabei, einen Brief- bzw. Emailaustausch zwischen den Schülern der Elementarschule in Pemuteran und Grundschulklassen in Deutschland ins Leben zu rufen (die Übersetzungsarbeiten mache ich zusammen mit meinen Assistentinnen vom Tauchcenter, Dini und Wiwik). Auch die Lehrer werden schreiben und hoffen auf Resonanz von deutschen Kollegen.
Wir überlegen auch, ob individuelle Partnerschaften machbar sind, um Kindern, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen könne, den Schulbesuch zu ermöglichen.
Ihr seht, an Plänen mangelt es uns nicht, und nach allem, was hier mit eurer Hilfe in einem Jahr bereits auf die Beine gestellt wurde, bin ich zuversichtlich, dass wir hier vielleicht sogar ein Modellprojekt errichten können. Das Ganze ist ja ein Langzeitunternehmen, wobei es mein Ziel ist, dass die Kleinen, die wir jetzt anfangen zu unterstützen, nach dem Schulbesuch eine solche Edukation erhalten haben, dass sie Arbeitplätze finde können.
Zukunftsmusik, klar, aber ohne Perspektiven geht’s im Leben nicht, oder?
Wer sich unsere Schule und Pemuteran vor Ort anschauen will, ist jederzeit herzlich willkommen! Individuelle Infos gebe ich gerne auf Nachfrage.
Herzliche Grüsse aus Pemuteran! Ines
P.S. Spezieller Dank nochmals an Claude und Christiane für die weitere Zuwendung und an Christian, unseren glücklicherweise wiedergenesenen Webmaster!
Juni 2006 - Aktueller Bericht zum Schulprojekt
Liebe Freunde und Gönner des Schulprojektes in Pemuteran,
nach langer Zeit nun endlich der aktuelle Bericht über unser Projekt, die Renovierung der Elementarschule in Pemuteran.
Für die lange Pause gab es 2 Hauptgründe: Zum einen erkrankte unser Webmaster Christian schwer und konnte einige Monate lang nicht tätig werden. Momentan befindet er sich gerade in einer kurzen Erholungsphase, bevor er wieder ins Krankenhaus muss. Zur Beruhigung: es ist zwar ernst, aber nicht lebensbedrohlich. Christian durfte sogar zu uns fliegen, wo er seiner Frau Bea zwar beim Tauchen zuschauen muss, sich dafür aber in Ruhe erholen kann. Nächste Woche werden beide mich zur Sitzung des Schulkomitees begleiten.
Aber eines nach dem anderen. Der nächste Grund war nämlich, dass ich bei der deutschen Botschaft in Jakarta einen Antrag auf Förderung eines Kleinstprojektes gestellt hatte. Frau Marianne Weinbach war und ist dort meine Ansprechpartnerin, und sie hat mich von Anfang an ermutigt, auf eine positive Entscheidung zu hoffen. Nicht zuletzt unsere Website mit den dort beschriebenen Aktionen für die Schule und der von uns bereits fertig gestellte Sanitärtrakt haben sie von der Ernst- und Sinnhaftigkeit unseres Projekts überzeugt.
Von ihr kam die gute Idee, die einheimische Bevölkerung mehr zu involvieren, was dazu geführt hat, dass das bereits bestehende Schulkomitee umgehend zusammengerufen und mit dem Projekt vertraut gemacht wurde. Wie immer auf Bali ist das keine so schnelle Sache, sondern umfasst mehrere Treffen, und bei jedem Meeting werden mehrere Reden in streng bürokratischer Abfolge gehalten– vom Schulleiter, dem Vertreter des Buergermeisters, dem Elternvertreter und natürlich auch von mir. Jedenfalls waren sie sofort bereit, Verantwortung zu übernehmen, und so konnten wir einen neuen Antrag stellen, diesmal von einem Lehrer und einem Elternvertreter abgezeichnet.
Bei einem dieser Zusammenkünfte wurde dann noch der Entschluss gefasst, das neue Gebäude 30 cm höher zu legen, da eben die Regenzeit offenbar gemacht hatte, dass das Gebäude unter- und teilweise überspült wird, sodass die Kinder dann von oben UND unten nass werden. Außerdem hatte sich am Sanitärtrakt gezeigt, dass einige Materialien durch eine andere Qualität ersetzt werden sollten, um wirklich solide Arbeit zu haben und nicht nach kurzer Zeit wieder renovieren zu müssen.
Danach begab sich das gesamte Komitee mit mir zu den hiesigen Baumärkten, um Punkt für Punkt, bis auf die letzte Schraube, das notwendige Material zu sichten und den Kostenvoranschlag einzuholen. Letzterer wurde dann zusammen mit dem neuen Antrag nach Jakarta geschickt, wo Frau Weinbach sich natürlich wunderte, wieso, der Kostenvoranschlag von dem vorherigen abwich. Da wir dies erklären konnten, hat sie den Antrag dem entsprechenden Gremium der Botschaft vorgestellt und....... JA!!!!!!!!, wir haben den Zuwendungsvertrag erhalten!
Das heißt, damit alles jetzt schneller geht, habe ich die Verträge erstmal per E-Mail erhalten, unterschreiben lassen und zurückgefaxt. Außerdem habe ich ein Extrakonto in Denpasar eingerichtet. Nun hoffe ich, dass ich dort Mitte nächster Woche schon einiges abheben kann, und dann geht’s los! Zeitlich passt das sehr gut, da hier Mitte bis Ende Juni die großen Ferien beginnen, die 1 Monat lang dauern. In dieser Zeit kann man schon einiges bewegen. 2 Monate nach der finanziellen Zuwendung muss ich – und werde natürlich gerne! - Report erstatten und die entsprechenden Rechnungen vorlegen. Wenn alles geprüft und für richtig befunden wurde, erfolgt die letzte Überweisung aus Jakarta.
Übrigens wurde auch beschlossen, dass so weit es irgend geht die Eltern der Schüler in den Bau miteinbezogen werden.
Auf jeden Fall können wir dank dieser Hilfe der deutschen Botschaft, für die wir nicht genug dankbar sein können, zusammen mit dem bereits gesammelten Geld meiner Berechnung nach das gesamte Bauprojekt finanzieren. Das ist ein Supererfolg und ich möchte an dieser Stelle nochmals allen von euch ganz, ganz herzlich danken!!!!!
Damit ist meiner Ansicht nach die Voraussetzung geschaffen, ohne die wir alles weitere wie die Ausbildung der Lehrer (Englisch und Computer) und dann der Kinder (ich möchte ihnen und auch den Eltern außerdem gerne etwas über Hygiene und Ernaehrung nahe bringen) gar nicht erst anfangen könnten.
Selbstverständlich erhaltet ihr den Zwischenbericht über den Baufortschritt so bald als möglich.
Nun wünsche ich euch von hier aus noch einen hoffentlich regenarmen und warmen Sommer! Liebe Grüsse aus Pemuteran! Ines
24.01.06 - Nächster Bauabschnitt
Liebe Pemuteran-Freunde,
nach der dank der vielen Spenden so überaus rasch möglichen Verwirklichung des *ersten Bauabschnitts* der Elementarschule in Pemuteran, dem Neubau des Sanitärtraktes, stehen nun neue Taten an:
Ansicht Schulgebäude So soll es aussehen
Jetzt geht’s an das eigentliche Schulgebäude [88 KB]
, das gewissermaßen rundum saniert werden muss. Mit unserem Bauleiter, Pak Imam, ist besprochen, dass wir mit der Renovierung des Daches beginnen werden und uns dann so langsam *nach unten* vorarbeiten wollen. Den Kostenvoranschlag [213 KB]
findet Ihr hier. Was noch nicht im Kostenvoranschlag steht, sind etwa 25 Millionen Rupiah, die noch dazu kommen, um den gesamten Fußboden um etwa 30 cm höher zu legen. Wie sich jetzt in der Regenzeit herausgestellt hat, wird bei starken Regengüssen das Schulhaus gewissermaßen *geflutet*. Momentan haben wir noch nicht die volle Summe für die Dachrenovierung, aber das wird schon noch, da bin ich sicher! Schließlich bin ich noch bis Ende Februar hier in Deutschland und mache ganz viel *Reklame* für das Projekt. Ich hoffe, dass wir dann im März neu durchstarten können.
Viele Grüsse aus einem sehr kalten, aber wunderbaren Ulm: blauer Himmel und Sonnenschein, ich finde dieses Wetter zur Abwechslung echt klasse! Ines