Der Gute Geist – Besuch aus München

Doris, die als “guter Geist” schon sehr, sehr  viel für die SD4 Schule in Pemuteran getan hat, war mit ihrer Familie wieder einmal zur “Ortbesichtigung” hier. Die ganze Schule hat sich riesig über ihr Kommen gefreut, und Doris war wiederum glücklich, soviel Freude und so viele strahlende Gesichter zu sehen. Natürlich hat sie sich von der Umsetzung der von ihr angeregten Spendenaktion  überzeugt: das Schulfrühstück ist qualitativ und quantitativ gut, läuft geordnet ab und die Kinder lernen noch dazu grundlegende Hygiene wie Händewaschen und Müllentsorgung.

Doris‘ Kommentar: “Die Spendengelder sind hier absolut richtig angelegt! Es ist schon so viel erreicht worden, aber ich sehe, dass auch noch viel zu tun bleibt. Deshalb hoffe ich auf die Bereitschaft, für dieses sinnvolle  Projekt weiterhin zu spenden!”

Das hoffen wir auch: Natürlich wäre die Fortsetzung des Schulfrühstücks super! Und da immer mehr Eltern ihre Kinder auf diese Schule schicken wollen, die mittlerweile einen hervorragenden Ruf hat,  wären zum Beispiel mehr als die von uns erbauten 2 Toiletten für nun über 200 Kinder  wünschenswert.

Auf jeden Fall sind wir für jede Spende dankbar.

Grüsse aus dem heißen, windigen Pemuteran

Ines

Veröffentlicht unter Hilfsprojekte | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Sommer-News Juli 2011

Liebe Pemuteran-Freunde,

inzwischen ist der Sommer inklusive der Sommerferien in vollem Gange. Mit Abschluss des letzten Schuljahres konnten wir unsere Unterstützung der Armenschule im Bereich Pemuteran Ost auslaufen lassen, da sich hier ein niederländischer Sponsor gefunden hat, der diese Aufgabe weiterführt.

Unsere volle Konzentration richtet sich nun auf die Elemtarschule SD4, gelegen am äussersten westlichen Ortsrand von Pemuteran. Diese befindet ich – dank eurer Hilfe – weiterhin auf Erfolgskurs. Im einzelnen heisst dies, dass weitere bauliche Verbesserungen durchgeführt werden konnten. Die dringend für alle Versammlungen benötigte Aula konnte mit wenig Aufwand mittels Wanddurchbrüchen der Schulzimmer gestaltet werden.

Dort fand auch die Jahresabschlussfeier statt, bei der je ein (pinkfarbenes!) stabiles Fahrrad an 2 Mädchen der 6.Klasse überreicht werden konnte: Die beiden 12-Jährigen aus sehr armen Familien haben den Schulabschlusstest mit gutem Ergebnis bestanden und können jetzt auf die Junior High School aufrücken. Da diese nicht am Ort ist, können sie nun mit dem Fahrrad dorthin gelangen.

Das Schulfrühstück ist fester Bestandteil des Schulalltags und wird vom Schulkomitee und den Eltern sehr geschätzt-von den Kindern natürlich auchJ. Wir hoffen, dass wir nach und nach die Anzahl der daran teilnehmenden Schüler – derzeit 50 – erhöhen können, da in dieser abgelegenen Region nahezu alle Familien als arm oder an der Armutsgrenze lebend eingestuft werden können.

Der kürzliche Besuch bei der Familie eines der Patenkinder zeigte uns dies wieder auf erschreckende und sehr eindrückliche Weise. Ebenfalls fester Bestandteil des Schulprogramms ist eine jeden Samstag stattfindende Säuberungsaktion, an der alle Kinder teilnehmen. Dabei wird das Gelände im Umkreis der Schule von Müll – insbesondere Plastik – und Abfällen gereinigt.

Ziel der Aktion ist es, dass durch das vorbildliche Verhalten und das den Kindern vermittelte Wissen um die Wichtigkeit der Müllvermeidung ein positives Beispiel in die Familien hineingetragen wird; sozusagen Erziehung der Eltern durch die Kinder. Dank eurer Unterstützung und das enorme Engagement des Schuldirektors, Pak Gede, ist diese Schule in den letzten 2-3 Jahren zu einer kleinen Oase der Elementarschulpädagogik geworden. Was allen Besuchern auffällt, ist die unverkrampfte Disziplin der Schüler: lebhafte, fröhliche Kinder, die mit Freude, aber eben auch Disziplin und Respekt vor den Lehrern bei der Sache sind. Das hat zur Folge, dass die Schule inzwischen den besten Ruf weit und breit geniesst.Viele Eltern wollen ihre Kinder dorthin schicken und können es infolge eurer Unterstützung auch tun. Die Zahl der üers neue Schuljahr angemeldeten Erstklässler hat die Rekordhöhe von 45 Kindern erreicht, und Pak Gede hat bereits sein Lehrerzimmer für die Kleinen geräumt. Insgesamt zeigt sich an diesem Projekt der Entwicklungshilfe meiner Meinung nach beispielhaft, dass so etwas immer nur so gut sein kann wie der oder die Hauptverantwortliche, in diesem Fall der Direktor. Ohne die Erkenntnis und deren Umsetzung, dass Unterstützung immer auch die Pflicht des Unterstützten beinhaltet, damit verantwortungsvoll und nachvollziehbar umzugehen, kann kein nachhaltiges Ergebnis erreicht werden. Zum Schluss noch zu einer Änderung an unserem Auftritt im Net: Unser Webmaster hat die website in einen Blog umgewandelt, und ich lerne jetzt – man darf ja nie aufhören zu lernenJ – wie man, sprich ich, ab sofort einen solchen *bedienen* kann. Neben den Berichten über die Schule möchte ich in Zukunft auch ab und zu über das allgemeine Leben oder besondere Vorkommnisse berichten. Ich hoffe, dass mir das *Bloggen* gelingt und es dann kürzere Abständen gibt. Es gibt jetzt auch die Möglichkeit, über PayPal einen (kleinen) Betrag zu spenden, und wir freuen uns natürlich sehr über jeden Beitrag!

Einen schönen Sommer wünscht Ines

Veröffentlicht unter Hilfsprojekte | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Pemuteran News März 2011

Liebe Pemuteranfreunde,

einen weiteren wichtigen Schrittes in unserem Schulprojekt möchte ich heute zum Anlass für einen Bericht nehmen:

Am 7. März 2011 fand zum ersten Mal das Schulfrühstück statt: 50 Schulkinder der Klassen 1 bis 6 der Elementarschule SD4 traten klassenweise hervor und holten sich unter Aufsicht des Direktors jeder sein Essenspäckchen sowie jeweils ein Glas Wasser ab.

Zu diesem Zweck war ein Raum eines etwas verfallenen Gebäudes am Schulrand renoviert worden, sodass der Raum nun sauber ist. Darin befindet sich ein grosser Tisch, auf dem pro Klasse eine Schachtel mit den Essenspäckchen und eine mit den Wasserportionen steht.

Die Päckchen wurden von der hierfür engagierten Köchin zuhause am Morgen gekocht, heiss eingewickelt und gleich in die Schule gebracht. Die Verpackung von Reismahlzeiten, die an den kleinen Essens-Kiosken (Warungs) ausgegeben werden, erfolgt hier immer in etwas fettabstossendem Papier und wird “Bungkus” genannt. Ich konnte mich davon überzeugen, dass die Portion derjenigen entspricht, die auch ein Erwachsener am Warung erhält. Meine Probier-Mahlzeit war lecker. Zum Auftakt gab es Reis (obligatorisch zu allen Mahlzeiten) sowie Ei mit Gemüse und Sojasprossen mit Erdnuss-Sosse. Morgen soll es etwas Huhn geben, danach Fisch.

Die Kinder setzen sich dann vor das renovierte “Küchengebäude” und essen traditionell mit der rechten Hand, welche danach ordentlich abgewaschen wird. Der Abfall kommt in einen speziellen Behälter.

Ich habe vor, etwa fünf Sitzbänke für je fünf Kinder anzuschaffen (nicht vom Spendengeld), damit die Kinder ihre Mahlzeit ordentlicher einnehmen können, in jeweils zwei bis drei Gruppen. Das wäre auch sehr im Sinne des Direktors.

Alle Kinder haben sich zu meiner Überraschung per Handschlag bei mir bedankt – den Dank gebe ich nur zu gerne weiter! – und auf Nachfragen gesagt, das Essen habe ihnen sehr gut geschmeckt.

Folgende Überlegung wurde vom Direktor und der Sekretärin an mich herangetragen:

Es sei dem Schulkomitee schwer gefallen, 50 Kinder auszuwählen, die besonders arm sind. Arm ist speziell in dieser abgelegenen Region ein relativer Begriff, da hier wirklich keine Familie wirklich viel respektive genug zu essen hat. Die Kriterien wurden vor allem danach angelegt, ob es sich um Waisenkinder handelt, ein Elternteil verstorben ist oder erwerbsunfähig krank. Daher die Frage, ob es möglich sei, die Schulspeisung beispielsweise auf drei oder viermal pro Woche zu reduzieren und dafür mehr Kinder in deren Genuss kommen zu lassen. Beispiel: Reduzierung um einen Tag würde weiteren 25 Kindern die Teilnahme ermöglichen.

Sicher kann man darüber nachdenken, wobei mir persönlich lieber wäre, wenn die Kinder an jedem Schultag zu essen bekämen. Ich werde zunächst einmal alle diejenigen anschreiben, die die Patenschaft für ein Kind übernommen haben, ob sie die Schulspeisung als Extra bezahlen würden, dann könnten schon mal einige Kinder mehr am Frühstück teilnehmen. Die Entscheidung liegt aber natürlich bei den Sponsoren. Und ich werde mich selbstverständlich bemühen, in diesem Sinne weiter aktiv zu sein.

Als erstes Fazit kann ich auf jeden Fall schon jetzt sagen, dass dies eine sehr gute und sinnvolle Massnahme ist!!! Großer Dank an alle Beteiligten, die dies ermöglichen!

Viele Grüsse aus Pemuteran

Ines

Veröffentlicht unter Hilfsprojekte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Pemuteran News Januar 2011

Liebe Freunde und Sponsoren unserer Schulprojekte,

es ist noch nicht zu spät, um euch allen ein gutes und gesundes Jahr 2011 zu wünschen! Die News haben auch diesmal wieder etwas auf sich warten lassen, aber mir war daran gelegen, dass einmal jemand zu Worte kommt, der nicht hier lebt und somit “von außen” berichten kann.

Wir haben uns unglaublich gefreut, als Christiane und Claude mit ihrer Tochter Tina uns nach etlichen Jahren wieder besuchten und mit mir das respektive die Schulprojekte anschauten. Schließlich waren bzw. sind sie sowohl bei der Gründung des Schulprojektes als von Luxemburg aus in Form vieler Aktionen zugunsten unserer Projekte ständig beteiligt und nehmen auch aus der Ferne immer großen Anteil.

Für mich war es auch ein Prüfstein, um durch ihre Augen zu sehen, ob alles so läuft, wie es sein sollte, wo weiter geholfen werden muss und worauf dabei die Schwerpunkte liegen sollten. Nachdem auch Tina inzwischen ihr Examen mit Bravour bestanden hat, wurde ich also von drei engagierten Pädagogen begleitet, die ihren Beruf sehr ernst nehmen und immer das Wohl der Kinder im Auge haben.

Großer Dank an Christiane, dass sie sich die Zeit hierfür genommen hat! Wir alle – ich meine damit uns Westler – leben unter einem permanenten und ständig ansteigenden Zeit- und Leistungsdruck, dem man nur schwer entkommen kann. Ich hoffe dennoch, dass das Innehalten zu Beginn eines neuen Jahres mit dem Abwägen, was wichtig und was weniger wichtig ist, vielleicht 2011 für den einen oder anderen von uns zu nachhaltigen, positiven Konsequenzen führen wird.

Hier nun Christianes Bericht:

“Im Jahre 2005 hatten wir während unseres Baliaufenthaltes zusammen mit Ines das Schulprojekt ins Leben gerufen. Letzten Sommer freuten wir uns riesig darauf, nach fünf Jahren endlich die renovierten Schulen besuchen zu können.

Zuerst haben wir die Schule N° 3 besichtigt, natürlich zusammen mit Ines. Der Direktor der Schule empfing uns in seinem neuen Büro und hiess uns mit einer Flasche balinesischer Cola willkommen. Genauso wie bei unserem ersten Besuch wurden wir draussen dann von den Schülern regelrecht belagert.

Mit Begeisterung nahmen sie die von uns mitgebrachten Fussbälle, Sprungseile und Frisbees entgegen.

Da die Schüler sich alle in der Pause befanden, konnten wir uns die renovierten Schulsäle ansehen. Folgendes haben wir festgestellt:

In allen Sälen wurde der Boden leicht erhöht, um weitere Überschwemmungen während der Regenzeit zu verhindern

  • Alle Böden sind nun sauber gefliest
  • Sämtliche Fenster und Türen sind erneuert worden
  • Das Dach wurde komplett neu aufgebaut und es gibt keine undichten Stellen mehr
  • Die gesamte elektrische Installation wurde neu verlegt
  • Es befindet sich nun ein regelrechter Sanitärtrakt auf dem Schulgelände mit Toiletten und Lavabos
  • Alle Schulmöbel sind erneuert: Tafeln, Pulte, Bänke, Tische…
  • Alles macht einen guten, hellen und sauberen Eindruck und entspricht dem Bild, das wir von einem Schulgebäude haben.

Der Direktor hat uns dann aber noch auf ein neues Problem aufmerksam gemacht. Die Termiten fühlen sich ja bekanntlich in den Tropen recht wohl und machen da auch vor neu eingebauten Fenstern und Dächern nicht Halt. Eine nächste Herausforderung für Ines: der Kammerjäger muss herbei, um die ungeliebten, gefrässigen Eindringlinge zu vernichten!!!

Unser nächster Besuch galt der Education Foundation. Aus dem einfachen Bau, bestehend aus Betonboden und Holzdach, ist ein regelrechtes Gebäude geworden mit Wänden, Fenstern und Türen!

Wir trafen dort die jüngeren Schüler beim Englischstudium. Dabei konnten wir uns vom grossen Nutzen der Stühle mit integriertem Schreibpult überzeugen, welche von der Gemeinde Redingen gespendet worden waren. Die älteren Schüler erhielten gerade Informatikunterricht mit Hilfe der gespendeten Laptops. Die beiden Fächer Englisch und Informatik sind wichtig, um den Schülern die nötige Qualifikation zu geben, die es ihnen ermöglicht, einen Arbeitsplatz in einem der Hotels auf Bali zu finden.

Die grösste Überraschung hat uns aber in der Schule N° 4 erwartet: diese Schule liegt in einem ganz abgelegenen, armen Teil von Pemuteran.

Sie wird geleitet von einem ehemaligen Lehrer, den wir bereits vor fünf Jahren in der Schule N° 3 kennengelernt hatten. Pak Gede war uns damals schon aufgefallen, weil er einen sehr professionellen Eindruck machte, und eine gewisse Autorität ausstrahlte.

Pak Gede hat aus der Schule ein kleines Paradies erschaffen. Lehrer und Schüler haben gemeinsam den Schulhof in ein Blumenmeer verwandelt. Entlang der Wege wachsen Hunderte von Pflanzen, welche in den schönsten Farben blühen. Wir wurden mit einem Willkommenstanz – aufgeführt von kleinen Tänzerinnen der Schule – und mit Blumenkränzen begrüsst.

Anschliessend zeigte Pak Gede uns voller Stolz das renovierte Schulgebäude: auch hier sind alle Böden gefliest, alle Fenster und Türen neu, sowie auch die Schulmöbel. Sämtliche Klassensäle sind hell, freundlich, aufgeräumt und funktionell. Auch ein Sanitärgebäude ist vorhanden mit sauberen Toiletten und Lavabos.

Man spürt im ganzen Areal einen Hauch von Solidarität, Freude und Gemeinschaft. Pak Gede zeigte uns sogar eine Ecke des Schulhofes, wo der Abfall sortiert wird!!! Welch ein Fortschritt – ich erinnere mich noch gut an die Rauchschwaden, welche vor fünf Jahren morgens in der Luft hingen, weil die Einwohner sämtlichen Abfall während der Nacht verbrannten.

Nicht nur der Direktor ist an dieser Schule sehr engagiert, sondern auch seine KollegINNen. Meine Tochter, selbst frisch gebackene Lehrerin, fand recht schnell Kontakt zu einer jungen Kollegin. Die beiden installierten dann auch gemeinsam die von uns mitgebrachte DVD mit einem Programm zum Englischlernen auf dem Computer im Lehrerzimmer. Somit haben jetzt alle Lehrer die Möglichkeit, ihre Englischkenntnisse nach und nach zu erweitern.

Nach diesem herzlichen Empfang und der Führung durch das Schulgelände sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass das Schulprojekt hervorragende Ergebnisse erbracht hat. Ines hat eine immense Arbeit vor Ort geleistet und wir sind ihr sehr dankbar, dass sie sich um alles gekümmert hat und vor allem die Kasse fest in der Hand hatte.Wenn wir nun aber gedacht hatten, damit wäre unser Projekt am Ziel, hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht!!!

Da Pak Gede ein sehr engagierter Lehrer ist, dem die Schüler am Herzen liegen, konnte er nicht umhin, uns auf das Schicksal von ein paar Kindern aufmerksam zu machen. Diese Kinder leben in sehr, sehr armen Verhältnissen, manche haben nicht mal genug Geld, um etwas zu essen zu kaufen. Sie kommen hungrig zur Schule. Pak Gede hat uns auf unseren Wunsch hin zu zwei Schülern nach Hause begleitet.

Ein kleiner sechsjähriger Junge lebt allein mit seiner alten Oma. Sie hat uns in ihrem kleinen Heim empfangen und ich kann nicht beschreiben, wie uns zumute war. Sie lebt mit ihrem Enkel in einer kleinen Hütte von vielleicht vier Quadratmetern ohne fliessendes Wasser mit einer einzigen 25 Watt Glühbirne. Sie hat kein Einkommen, keinen Garten (ist ohne Wasser und auf Staubboden nicht machbar), und sie bekommt manchmal von den Nachbarn eine kleine Gelegenheitsarbeit oder etwas zu essen, unter diesen Umständen ist es normal, dass ihr Enkel hungrig zur Schule gehen muss.

Und dann ist da das zehnjährige Mädchen, welches wir in der Hütte ihres Onkels besuchen. Sie lebt dort zusammen mit der Familie ihres Onkels ohne ihre Eltern. Da der Onkel selbst nicht viel zum Leben hat, und seine Familie ernähren muss, besteht die Gefahr, dass er seiner Nichte irgendwann keine Unterstützung mehr gibt, und sie dann die Schule abbrechen muss. Dies sind nur zwei Fälle von vielen, die Pak Gede kennt, und auf die er uns aufmerksam machen wollte.

Also kann unser Projekt noch nicht zu Ende sein. Es gilt jetzt, die Kinder der Schule N°4 zu unterstützen. Wir haben sofort spontan beschlossen, bei beiden Kindern eine Patenschaft zu übernehmen, um ihnen wenigstens finanziell den Schulbesuch zu ermöglichen. Wir wollen dann noch gemeinsam mit Ines und Pak Gede nach Möglichkeiten suchen, um den ärmsten Kindern wenigstens eine Mahlzeit in der Schule zu spenden … es gibt noch zu tun, packen wir (sprich Ines) es an.“

Genau so ist es: Wie Ihr zum Beispiel auf dem Foto mit dem Titel “geplante Küche” sehen könnt, gibt es an der SD4 ein heruntergekommenes Gebäude, das wir gerne zu einer Art “Frühstücksküche” für die Kinder umgestalten würden.

Wie Christiane berichtete, macht der Besuch bei den Kindern zuhause selbst mich immer wieder schweigsam. So viel Armut! Nicht nur bei dem Kleinen, der bei seiner alten Grossmutter lebte. Das tut er inzwischen nicht mehr, da die alte Dame beim Versuch, Früchte vom Baum zu ernten, tödlich verunglückte. Wir konnten eine Familie finden, bei der er nun leben darf und integriert ist. Als Paten sorgen Christiane und Claude dafür, dass er materiell so ausgestattet ist, dass er die Schule weiter besuchen kann und dass die – ebenfalls arme und kinderreiche – Familie, bei der er lebt, das weitere Familienmitglied verpflegen kann.

Es gibt speziell an der Schule SD4 viele Kinder, die nicht genügend zu essen haben, und es ist schwer, wenn nicht gar unmöglich, mit hungrigem Magen gute Lernerfolge zu erzielen. Daher ist es einer unserer Pläne, eben eine Küche einzurichten, in der diese Kinder zumindest einmal am Tag eine warme, gute Mahlzeit erhalten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Neuried herzlichst bedanken, die das gesamte Geld, das anlässlich des Christkindlmarkts gesammelt wurde, diesem Projekt haben zugute kommen lassen! Auch die Grundschule in Neuried hat mit Schülern und Schulleiterin wieder kräftig mitgeholfen, und all dies ist nicht zuletzt der Verdienst von Doris, die sich wieder enorm für uns eingesetzt hat! Grosser Dank auch an Ute, die als Grundschullehrerin immer hilft, wo sie kann, wenn es um die Unterstützung armer Kinder geht.

Ein Wort noch zu den Patenschaften: Ich bin sehr froh, dass wir mittlerweile elf Paare/Familien gefunden haben, die ein Kind unterstützen! Wie Ihr dem Bericht von Christiane entnehmen konntet, gibt es noch etliche weitere Kinder, die einer solchen Förderung bedürften. Es geht mir aber darum, allen Interessierten klar zu machen, dass es sich dabei um ein längerfristiges Engagement handelt, sodass die entsprechenden Kinder am besten während ihrer gesamten Schulzeit unterstützt werden.

Der Ablauf sieht so aus, dass die Sponsoren anfangs einen Bericht über das Kind, seine Familie und die Lebensumstände erhalten. Alle sechs Monate folgt zusammen mit dem Schulzeugnis ein Bericht über die Entwicklung des Kindes. Alle bisherigen Paten waren bereits hier in Pemuteran beziehungsweise planen ihren Besuch für dieses Jahr. Das ist natürlich die beste Voraussetzung, um sich selbst ein Bild zu machen und sowohl mit dem Kind als auch mit mir einen Kontakt aufzubauen.

Wer nicht hierher kommen kann, dessen Hilfe ist natürlich ebenfalls willkommen! Mir ist wie gesagt einfach wichtig, dass mit “unseren” Kindern immer verantwortungsvoll umgegangen wird.

Wir können nicht seelische Traumata heilen, wie sie zum Beispiel sicher bei dem kleinen Waisenjungen mit der nun auch noch verstorbenen Grossmutter vorhanden sind; aber wir können dabei helfen, den Kindern die Chance auf eine Zukunft zu geben.

Danke an Euch alle, die Ihr geholfen habt und dies noch tut, für Euer Engagement und Mitgefühl!

Viele Grüsse aus Pemuteran, das diesmal eine recht heftige Regenzeit erlebt!

Ines

Veröffentlicht unter Hilfsprojekte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Pemuteran News Mai 2010

Liebe Pemuteran-Freunde,

unsere Website hat eine Überarbeitung erfahren: Unter der Rubrik “Projekte” findet man jetzt einen Kurz-Überblick der bereits erreichten sowie der künftigen Ziele. Außerdem gibt es nun einen Extrapunkt “Bilder”, wo man sich Fotos aus allen Projektbereichen – zum Teil nach “vorher” und “nachher” aufgeteilt – anschauen kann.

Hierfür gebührt dem ehrenamtlichen Webmaster riesiger Dank! Neben einer Vollzeitarbeitsstelle mit dem heute leider weit verbreiteten täglichen Stress die wenige Freizeit mit der Aktualisierung und in diesem Fall kompletten Überarbeitung einer Website zu verbringen, gehört viel Idealismus. DANKE!!!

Weiterer Dank geht an Petra und Karl Heinz, die im April ihr „Patenkind“ in Pemuteran besuchten und mir viele Anregungen gegeben haben. Man wird ja bei jeder Aufgabe im Laufe der Zeit ein wenig betriebsblind – in einem Dorf im Nordwesten von Bali vielleicht sogar noch mehr.

Nun zu den Projekt-News: Die Armenschul-Stiftung wird momentan baulich weiter verbessert durch den Einbau großer Fenster, da es drinnen im Klassenzimmer brütend heiß ist. Die Computersituation hat sich durch Spenden einiger gebrauchter Laptops deutlich verbessert, und es gab edle Spender, die die Anschaffung eines aus Naturmaterialien bestehenden Gamelan-Instrumentariums ermöglicht haben.

Das kleine Schülerorchester übt emsig, sodass ab Juni bereits Auftritte in lokalen Hotels geplant sind, zusammen mit der schuleigenen Tanzgruppe. Mit der Synchronizität der Tanz- und der Musikgruppe hapert es noch ein wenig, aber das wird schon!

Im Aufbau begriffen ist eine Taekwando-Gruppe, an der alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen: Kampfsport hat in Asien eine lange und große Tradition, und es konnte ein sehr erfahrener Lehrer gewonnen werden. Es ist geplant, Elemente hieraus in die öffentlichen Auftritte einzubauen, was dann in der Gesamtkombination einmalig auf Bali wäre.

Die Einnahmen hieraus sowie aus den von nun an angebotenen Radtouren gehen großteils an die Schule, zum Teil aber auch an die Kinder und deren Familien. Damit ist auch hier schon ein kleiner , erster Schritt in Richtung in Richtung Selbsthilfe getan.

Natürlich wird aber auch eifrig Englisch und Computerunterricht geübt, und zwar ebenfalls von den Schülern aller Altersgruppen, sowie indonesische Allgemeinkunde, Mathematik und ein Fach namens „Tematik“, in dem Naturkunde und physikalische Grundlagen unterrichtet werden.

Bei so viel Eifer ist dann zur Belohnung auch eine Studienfahrt “drin”: Mit der Fähre ging es vom 30 km entfernten Ort Gilimanuk über den Kanal nach Java, wo zunächst an einem großen Tempel gebetet wurde, dann wurde eine Plantage besucht, wo Latex hergestellt wird. Alles in allem ein sehr aufregender und eindrücklicher Tag für die Kinder, von denen die meisten Pemuteran vorher noch nie verlassen hatten.

Von der Elementarschule Nr.4 gibt es ebenfalls Gutes zu berichten: Die Schüler in dieser wirklich -”JWD” gelegenen Schule haben ihren Schulhof “ökologisch gestaltet”, sprich wunderbar bepflanzt. Sie sind sehr stolz auf ihre mittlerweile recht gut ausgestattete Schule. Leider hat die Regierung trotz gegenteiliger Versprechungen wieder nur eine minimale Anzahl von Schulbüchern geschickt. Da fast alle der Schüler sich keine eigenen Bücher leisten können, konnten wir dank eurer Spenden helfen.

Die Armenschul-Stiftung befindet sich genau am entgegen gesetzten Ende von Pemuteran wie die SD4, die ebenfalls von vielen Kindern aus armen Kleinstbauern-Familien besucht wird. Daher ist es ein Ziel, zumindest für die neun Waisenkinder, die dort zur Schule gehen, Patenschaften zu finden.

Ob in der Armenschule oder in der SD 4: überall freut man sich immer über interessierte Besucher und ich hoffe, dass viele von Euch (irgendwann) die Reise hierher antreten werden.

Viele Grüße aus dem tropisch feucht-heißen Pemuteran!

Ines

Veröffentlicht unter Hilfsprojekte | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar